Bereitschaftsabend vom 16.06.2010
Der heutige Bereitschaftsabend sollte es in sich haben.
Nach Ankunft der Bereitschaftler sollte eine Übung durchgeführt werden. Doch keiner rechnete damit, wie anstrengend und auch Zeitintensiv diese Übung werden sollte.
3 Bereitschaftler bildeten ein Team. Ihnen wurde ein Rucksack mit allen Materialien zur Verfügung gestellt, die auch in den Notfallhilfe-Fahrzeugen verfügbar sind. Diesen konnten sie sich einige Minuten anschauen und sich mit ihm vertraut machen.
Danach wurden die 3 vor die Tür der Realschule geschickt, wo auch der RTW (Rettungswagen) der Bereitschaft geparkt war. Nach etwas Vorbereitungszeit seitens Daniel Schneider wurden die 3 dann hinein gerufen.
Beim Betreten der Treppe zu unserem Bereitschaftsraum sahen sie unseren Bereitschaftsleiter am Ende der Treppe auf dem Boden liegen. Er lag auf dem Bauch und war nicht ansprechbar. Verletzungsmuster: Oberschenkelfraktur links geschlossen. Unterschenkelfraktur rechts geschlossen. Stumpfes Bauchtrauma. Blutdruck langsam fallend.
Jetzt hing es an unseren Bereitschaftlern, die Rettung mit allen nötigen Schritten durchzuführen. Ein Ansprechen des Patienten verlief erfolglos. Sofort wurden die Atmung, Pulsfrequenz und Blutdruck geprüft. Nachdem festgestellt wurde, dass die Atmung gleichmäßig und der Blutdruck ausreichend waren, wurde der Kopf überstreckt um die Verlegung der Atemwege zu vermeiden. Der Patient musste aufgrund seiner Lage nicht extra in die stabile Seitenlage gebracht werden. Ein Mitglied gab eine Rückmeldung an die “Leitstelle” und forderte einen NEF (Notarzt-Einsatz-Fahrzeug) nach. Der Notarzt wurde von Jürgen S. gespielt.
Durch gute Absprachen im Team konnten viele Aufgaben zeitgleich erledigt werden. Der Patient wurde mittels Kleiderschere von den störenden Klamotten wie Jeans und Shirt befreit. (Zum Glück hatte Daniel Schneider extra Kleidung mitgebracht). Es wurde ein Zugang “gelegt” um eine Infusion nutzen zu können und gleichzeitig die notwendigen Medikamente verabreichen zu können. Sofort gab unser “Notarzt” an, welche Medikamente er braucht, sodass diese vom Team vorbereitet werden konnten. Parallel zu diesen Versorgungsmaßnahmen, wurde die Unterschenkelfraktur mittels SamSplint und einigen Mullbinden stabilisiert. Auch wurde eine Trage an den Anfang der Treppe gestellt, sowie eine Schaufeltrage und eine Vakuummatratze zum Patienten gebracht. Zudem wurde dem Patienten eine Nasenbrille angelegt um ihn mit Sauerstoff versorgen zu können.
Nun stellte sich die Frage, wie man den Patienten am geschicktesten auf die Vakuummatratze legen kann. Nach einigen Absprachen im Team, wurde der Patient mittels der Hilfe 2er “Zuschauer” auf die Vakuummatratze gedreht und dort auch sofort stabil gelagert. Um den Patienten die Treppe hoch tragen zu können, wurde unter die Vakuummatratze eine Schaufeltrage geschoben, an der der Patient mittels Gurten festgeschnallt wurde.
Nun konnte der Patient mit der Tatkräftigen Beteiligung aller die Treppe hinauf getragen und auf die bereitstehende Trage gelegt werden. Dort wurde durch die Bewegungen der Zugang aus der Hand gerissen. Dies stellte jedoch für die Gruppe kein größeres Problem dar. Die Blutung wurde gestillt und an der anderen Hand ein neuer Zugang gelegt.
Der Patient konnte nun in den RTW gebracht werden, wo er ordentlich und vorsichtig eingeladen, ein EKG angeschlossen und auch die Sauerstoffversorgung auf die Flaschen im Fahrzeug umgesteckt wurde. Der RTW hätte nun in die nächste Klinik fahren können. Diese Fahrt ersparten wir unserem Patienten natürlich. Er wurde wieder ausgeladen und zurück in die Realschule gefahren, wo das Team den Patienten mit allen notwendigen Angaben zum Krankenbild an die Ärzte der “Klinik” weitergaben.
Nach dieser langen und anstrengenden Übung wurde eine Feedback Runde gehalten. Hier konnten sowohl die 3 des Rettungsteams, als auch die Zuschauer Beobachtungen und Probleme erzählen und auch Fragen konnten gestellt werden. Jürgen S. und Daniel S. gaben uns allen wertvolle Tipps, was man hätte anders und evtl. auch besser machen hätte können.
Alles in Allem war es ein sehr gelungener und spannender Abend, der uns allen viel Spaß gemacht hat!




